Michael Lermer
Deutsche Bank AG
Presseabteilung
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Industriell genutzte Edelmetalle wie Platin und Palladium sind attraktive Anlagen, wenn es mit der Wirtschaft wieder aufwärtsgeht. Dr. Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege für Privat- und Geschäftskunden der Deutschen Bank, erklärt, wie Investoren den Aufschwung mit Edelmetallen nutzen können.
Herr Dr. Stephan, wie schätzen Sie die konjunkturelle Entwicklung 2012 ein?
Stephan: Die Weltwirtschaft bietet ein zunehmend freundliches Bild. Das gilt zum Beispiel für Deutschland, wo wir – entgegen früheren Befürchtungen – in diesem Jahr ein leicht positives Wachstum sehen dürften. Auch in den USA kommen Wirtschaft und Arbeitsmarkt immer besser in Fahrt. China sollte in diesem Jahr wieder ein starkes Wirtschaftswachstum von über 8 Prozent zeigen. Steigende Einkaufsmanager-Indizes weltweit belegen, dass sich die Stimmung deutlich aufgehellt hat.
Wie können private Anleger von der wirtschaftlichen Erholung profitieren?
Stephan: Traditionell sichere Anlageformen wie Staatsanleihen sind aufgrund niedriger Renditen und möglicher Kursverluste unattraktiv. Interessant sind dagegen Aktien und Rohstoffe. Beide Anlageklassen profitieren, wenn die Konjunktur wieder anspringt. Bei Rohstoffen bevorzuge ich aktuell industriell genutzte Edelmetalle: Sie sind die Gewinner des Aufschwungs und können einem privaten Anlageportfolio jetzt zur Risikostreuung beigemischt werden.
Um welche Edelmetalle handelt es sich dabei und wofür werden sie benötigt?
Stephan: Zum Beispiel um Platin, Palladium oder Rhodium. Diese Metalle sind vergleichsweise selten: Die jährliche Fördermenge von Rhodium beträgt weltweit nur rund 25 Tonnen, das ist ein Hundertstel der Goldförderung. Platin und Palladium werden in Katalysatoren gebraucht, zu den größten Abnehmern gehören die Automobilhersteller. In den USA werden jetzt wieder deutlich mehr Fahrzeuge verkauft – auch deshalb ist der Preis für beide Metalle seit Jahresbeginn kräftig gestiegen. Ein anderes Beispiel: Rhodium wird für die Produktion moderner Bildschirme benötigt und profitiert vom weltweiten Run auf Smartphones und Tablet-Computer.
Sind Edelmetalle denn noch günstig zu haben?
Stephan: Die Preise sind bereits gestiegen, bei Platin zum Beispiel um mehr als 20 Prozent seit Jahresbeginn, bei anderen Edelmetallen etwas weniger. Dennoch sehe ich weiterhin Potenzial nach oben, denn die Nachfrage bleibt hoch und die Förderkapazitäten sind begrenzt.
Welche Möglichkeiten gibt es, jetzt in Edelmetalle zu investieren?
Stephan: Anleger können Edelmetalle beispielsweise physisch vorhalten oder Aktien von Rohstoffunternehmen erwerben. Beides hat allerdings Nachteile: Die physische Aufbewahrung ist oft kompliziert und kostspielig. Rohstoffaktien sind nur begrenzt zur Risikostreuung geeignet, da sie den allgemeinen Aktienmarktrisiken unterliegen. Für die meisten Privatanleger wird deshalb ein gemanagter Edelmetallfonds das geeignete Instrument sein. Ein Fonds bietet eine gute Risikostreuung und das Fondsmanagement sorgt dafür, dass die einzelnen Edelmetalle im Portfolio stets optimal gewichtet werden.
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