Bausparen: Ein Klassiker liegt voll im Trend
Frankfurt am Main, 14.12.2011

Seit über hundert Jahren ist Bausparen in Deutschland beliebt – und seine Attraktivität scheint ungebrochen. Kein Wunder, sagen Experten der Deutschen Bank: Solide Zinsen und attraktive Zulagen sind nicht nur für Hausbauer, sondern auch für Geldanleger interessant.


Die Deutschen machen ihrem Ruf als fleißige Bausparer alle Ehre. Um 13,6 Prozent hat sich das Volumen der Neuabschlüsse in den ersten neun Monaten 2011 erhöht, wie der Verband der Privaten Bausparkassen für seine Mitglieder errechnete. Insgesamt verzeichneten die privaten Anbieter ein Neuvolumen von rund 48 Mrd. Euro. Das hat viel mit der wachsenden Beliebtheit der eigenen Immobilie als Altersvorsorge zu tun: Jeder Zweite, der in Deutschland ein Haus oder eine Wohnung erwirbt, setzt Mittel aus einem Bausparvertrag ein. „Darüber hinaus ist Bausparen auch ein guter Weg, um Geld sicher und einfach anzulegen“, sagt Dr. Jens Wohlfahrt, Baufinanzierungs-Experte der Deutschen Bank.

In drei Schritten zum eigenen Heim

Ein klassisches Bauspardarlehen verläuft in drei Phasen: Ansparen, Zuteilung und Darlehensphase.

  • Zunächst spart jeder Bausparer einen Teil der Bausparsumme selbst an – in der Regel 40 bis 50 Prozent. Die monatlichen Einzahlungen liegen meist bei 0,3 bis 1,0 Prozent der Bausparsumme. Bausparer bleiben dabei flexibel: Höhere Beiträge sind möglich und die Einzahlung kann zwischendurch ausgesetzt werden. Für das Sparguthaben zahlt die Bausparkasse eine attraktive feste Verzinsung.
  • Das Darlehen kann zugeteilt werden, sobald drei Voraussetzungen erfüllt sind: Das Mindestguthaben wurde eingezahlt, die vereinbarte Mindestsparzeit wurde erreicht und der Vertrag erreicht die notwendige Bewertungszahl. „Dabei handelt es sich um eine Kennziffer, die unter anderem aus der Höhe des Sparguthabens und der Spardauer errechnet wird“, erklärt Wohlfahrt. Während der Zuteilungsperiode zahlt die Bausparkasse die zuteilungsreifen Darlehen nach und nach aus. Das kann einige Monate in Anspruch nehmen. Um die Wartezeit zu verkürzen, ist eine Zwischenfinanzierung des Darlehens möglich.
  • Schließlich wird das Darlehen ausgezahlt. Der Bausparer kann jetzt seine Immobilie erwerben und das Darlehen abbezahlen. Da Zins und Tilgung über die gesamte Laufzeit festgelegt sind, profitieren Bausparer von hoher Planungssicherheit. Sondertilgungen und vorzeitige kostenlose Rückzahlungen sind trotzdem jederzeit möglich.


Staatliche Förderung: Prämien, Zulagen und mehr

Bausparer profitieren nicht nur von einer guten Verzinsung, sondern unter Umständen auch von attraktiven Zulagen:

  • Vermögenswirksame Leistungen können in einen Bausparvertrag einfließen – hier kann der Arbeitgeber bis zu 40 Euro monatlich dazugeben.
  • Zusätzlich gibt es eine Arbeitnehmer-Sparzulage, wenn das zu versteuernde Einkommen nicht höher ist als 17.900 Euro (35.800 Euro bei Ehepaaren). Pro Person zahlt der Staat dann maximal 42 Euro im Jahr.
  • Nochmals bis zu 45 Euro jährlich gibt es vom Staat als Wohnungsbauprämie. Hierbei darf das zu versteuernde Einkommen 25.600 Euro (51.200 Euro bei Ehepaaren) nicht überschreiten und das Guthaben muss für „wohnungswirtschaftliche Maßnahmen“ verwendet werden, also zum Beispiel für den Hausbau oder anstehende Modernisierungen.
  • Richtig lohnend wird es, wenn Sparer Anspruch auf eine Riesterförderung haben – die lässt sich mit geeigneten Produkten nämlich auch fürs Bausparen einsetzen. Durch Zulagen können so Ersparnisse zusammenkommen. Hinzu kommen mögliche Steuererleichterungen.


Bausparen als Geldanlage: Besonders attraktiv für junge Leute

Bausparen lohnt sich auch für Geldanleger, die gar kein Darlehen aufnehmen wollen. Denn wer mindestens sieben Jahre lang spart, kann sein angespartes Vermögen anderweitig verwenden – Zinsen, vermögenswirksame Leistungen und Arbeitnehmer-Sparzulage inklusive. „Das lohnt sich besonders für junge Leute, die einen Bausparvertrag vor ihrem 25. Geburtstag abschließen“, so Experte Wohlfahrt. „Wenn sie unterhalb der Einkommensschwelle bleiben, haben sie nach sieben Jahren sogar Anspruch auf die Wohnungsbauprämie, egal, ob sie bauen oder nicht.“ Viele Bausparkassen bieten für reine Geldanleger eine besonders hohe Verzinsung an.

Sofortfinanzierung: Darlehen ohne Wartezeit

Bausparer müssen etwas Geduld mitbringen: Vom Vertragsabschluss bis zur Auszahlung des Darlehens dauert es meist sieben Jahre oder länger. Wer nicht so lange warten will, kann einen Bausparvertrag mit Sofortfinanzierung abschließen. Deutsche Bank Experte Wohlfahrt erläutert: „Ein Bausparvertrag lässt sich auch mit einem Vorfinanzierungsdarlehen kombinieren. Der Bausparer erhält dann die Bausparsumme sofort ausbezahlt. Anschließend bespart er den Bausparvertrag und zahlt die Sollzinsen für die Vorfinanzierung. Sobald das Mindestguthaben beisammen ist, werden das angesparte Guthaben und der Anspruch auf das Bauspardarlehen zur Tilgung des Vorfinanzierungsdarlehens verwendet. Im letzten Schritt ist dann nur noch das Bauspardarlehen zu tilgen.“ Der Vorteil dieser Variante: Von Anfang an können die Bausparer bereits in ihrer finanzierten Immobilie wohnen.


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